Meldungen im August 1998


Die meisten Links führen direkt auf die entsprechende Datei beim meldenden CERT bzw. andere Organisation. Die ständige Aktualität (speziell welche Gegenmaßnahmen zu ergreifen oder welche Patches zu installieren sind) ist damit sichergestellt.
Und: Bitte nicht wundern, wenn einige Informationen via FTP geladen werden! Die meisten nachgeladenen Texte sind auf englisch.
Übrigens: Wenn für Systeme Risiken veröffentlicht werden, heißt dieses nicht, daß die Systeme, für die keine Risiken veröffentlicht werden automatisch sicherer sind!
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IRIX Sicherheitsrisiko durch Seyon: SGI-19980803, I-089, ESB-98.139
Seyon ist ein Paket, das unter X Windows eine Kommunikation über den seriellen Port ermöglicht. Es wird z.B. von Silicon Graphics als "fw_MSSeyon" auf den IRIX/SGI Freeware 1.0 and 2.0 CDROMs verteilt.
Eine Sicherheitslücke ermöglicht es allen Benutzern, die Seyon ausführen können, Root-Rechte auf der Maschine zu bekommen. Diese Lücke wurde bereits aktiv ausgenutzt.
Es wird empfohlen, entweder das Seyon-Paket vom System zu entfernen oder zumindest das set-uid-Bit zu entfernen. Wie dieses vorgenommen werden kann, ist im Advisory detailliert beschrieben.
viele Neues CERT-Summary erschienen: CS-98.07, ESB-98.138, ERS-101
Das CERT sieht seit Juni 1998 folgende Trends bei den Incidents:
1. Neue, frei verfügbare Tools für umfassende Scans von Maschinen (näheres hier).
2. Pufferüberläufe in einigen POP Servern, die auf QUALCOMM's qpopper basieren.
3. Verschiedene Sicherheitslücken in BIND
Red Hat Linux Lücke in svgalib: ESB-98.136
In svgalib wurden einige kleinere Lücken gefunden, die Benutzer befähigen können, die Console unbenutzbar zu machen. Da svgalib nur bei den x386-Versionen enthalten ist, sind Benutzer von Alpha und SPARC Maschinen hiervon nicht betroffen.
Red Hat 5.0 und 5.1, i386:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/5.0/i386/svgalib-1.2.13-5.i386.rpm
Red Hat 4.2,, i386:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/4.2/i386/svgalib-devel-1.2.13.i386.rpm
viele Unix Sicherheitslücken in allen rpc.pcnfsd: RSI.0008, I-088
PCNFSD ist ein Remote Procedure Call, der von NFS Clients benutzt wird. Mit diesem Service wird von den NFS Clients die Benutzerauthentisierung vorgenommen. Zwei Sicherheitsrisiken sind gefunden worden, beide können dafür sorgen, daß Benutzer unberechtigterweise Root-Rechte auf der Maschine bekommen.
Folgende Systeme sind betroffen:
AIX: 4.0, 4.1, 4.2, 4.3
HP-UX: 7.x, 8.x, 9.x, 10.x, 11.x
SunOS: 4.1.3, 4.1.4
Solaris: 2.3, 2.4, 2.5, 2.5.1, 2.6
Redhat Linux: 4.0, 4.1, 4.2, 5.0, 5.1
Slackware Linux: 3.0, 3.1, 3.2, 3.3, 3.4, 3.5
OSF: 3.2

Nähere Details sind dem Advisory zu entnehmen. Es wird dringend empfohlen, Patches zu installieren oder den rpc.pcnfsd außer Betrieb zu nehmen, bis die Patches erschienen sind.
HP-UX 9.x, 10.x, 11.00 BIND Sicherheitslücke: HP Security Bulletin #00083, ERS-100, ESB-98.137
Aufgrund der bekannten Sicherheitslücken in BIND kleiner Version 4.9.7 hat Hewlett Packard Patches für seine Systeme herausgebracht, die baldmöglichst installiert werden sollten.
HP-UX release 9.0, 9.01, 9.03, 9.04, 9.05, & 9.07 PHNE_13187
HP-UX release 10.00, 10.01, 10.10 und 10.20 PHNE_14617
HP-UX 10.24 PHNE_16204 (nach dem 26. Aug. 98)
HP-UX release 11.00 PHNE_12957
Microsoft IE 4.0, 4.01 und 4.01SP1 Sicherheitsrisiko durch JScript: MS-98.011, ERS-098, c't
Die geannten Internet Explorer unter Windows Systemen nutzen zur Ausführung von Scripts von Web Servern die JScript Scripting Engine Version 3.1. Wird die Windows.External Funktion mit der Übergabe eines sehr langen Strings aufgerufen, stürzt der Explorer ab. Dadurch kann im Prinzip auf dem PC des Benutzers beliebiger Code ausgeführt werden. Normalerweise kommen lange Strings bei Skripten nicht vor, aber diese Lücke kann absichtlich ausgenutzt werden. Microsoft empfiehlt dringend die Installation der Version 3.1b. Nutzer von Windows 98 können diesen Patch auch durch ein Windows Update installieren.
Windows 95, 98, NT Patches für Lücken im Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP) erschienen: MS98-012, I-087, ERS-099
Microsoft's PPTP benutzt MS-CHAP zur Benutzerauthentisierung und Microsoft Point-to-Point Encryption (MPPE) zur sicheren Datenübertragung. Folgende potentielle Lücken werden durch Patches geschlossen:
- Lexikon-Angriffe gegen die LAN Manager Authentisierung
- Passwort-Diebstahl
- PPTP-Server Spoofing
- Wiederverwendung des MPPE Session Keys
Für folgende Systeme sind Patches erschienen (US-Version):
Microsoft Dialup Networking 1.2x und früher unter Windows 95
Microsoft Remote Access Services unter Windows NT 4.0 (Client und Server)
Microsoft Routing and Remote Access Services unter Windows NT Server 4.0
Microsoft Windows 98 Dialup Networking
Weitere Informationen sind dem Advisory zu entnehmen.
Netscape Von Netscape sind neue Versionen des Netscape Communicator herausgegeben worden: 4.06 und 4.5PR1. Mit ihnen wird u.a. die vorher genannte MIME-Lücke geschlossen.
Cisco Sicherheitslücke im Cisco Resorce Manager (CRM): Cisco, VB-98.09, I-086, ERS-097, S-98-55, ESB-98.135
Die Versionen 1.0 und 1.1 des Cisco Resource Manager (CRM) legen Log- und andere temporäre Dateien mit möglicherweise sensitiven Daten auf der Managementstation an. Diese Dateien sind nicht besonders geschützt, jeder Benutzer kann sie im Prinzip lesen. Die gespeicherten Informationen umfassen z.B. Benutzernamen, Paßworte und die SNMP Community Strings. Damit ist ein unauthorisierter Zugang zu den gemanagten Routern und Switches möglich. Diese Lücke betrifft Windows NT als auch Systeme unter Solaris.
Workarounds und ein Patch für CRM 1.1 sind im Advisory zu finden.
Microsoft Windows NT, 95, 98 Neues Trojanisches Pferd: FREE! Your upgrade for Microsoft Internet Explorer: I-085
Im Internet zirkuliert derzeit eine E-Mail, die vermeintlich vom Microsoft Technical Support (in Bulgarien!) kommt. Sie ist nicht von Microsoft, vielmehr ist das Attachment ie080898.exe kein Security Update für den Microsoft Internet Explorer, sondern ein Trojanisches Pferd, das Spam-Mails an verschiedene Adressen im Internet schickt.
Es wird empfohlen, das Attachment nicht auszuführen. Wenn dieses schon geschehen ist, muß die Datei shell32.exe gelöscht und die Einträge aus der Registry entfernt werden. Genauere Informationen finden sich im Advisory.
Red Hat Linux Denial-of-Service Gefahr für Apache Web Server: ESB-98.130
Es wurde eine Denial-of-Service Möglichkeit gefunden, durch die der Web Server von außen 'ausgeschaltet' werden kann. Hierdurch besteht allerdings keine Gefahr, daß auf die Maschine eingedrungen werden kann, ebenso bekommen lokale Benutzer keine erweiterten Rechte. Red Hat empfiehlt einen Upgrade und weist darauf hin, daß nach der Installation der httpd neu gestartet werden muß.
Red Hat 5.0 and 5.1, i386:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/5.1/i386/apache-1.2.6-5.i386.rpm
Red Hat 5.0 and 5.1, alpha:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/5.1/alpha/apache-1.2.6-5.alpha.rpm
Red Hat 5.0 and 5.1, SPARC:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/5.1/sparc/apache-1.2.6-5.sparc.rpm
Red Hat 4.2, i386:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/4.2/i386/apache-1.2.5-0.1.i386.rpm
Red Hat 4.2, alpha:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/4.2/alpha/apache-1.2.5-0.1.alpha.rpm
Red Hat 4.2, SPARC:
rpm -Uvh ftp://ftp.redhat.com/updates/4.2/sparc/apache-1.2.5-0.1.sparc.rpm
Die Upgrades für den sicheren Server (mit Verschlüsselung) erscheinen demnächst.
IRIX Silicon Graphics hat einige Updates zu bereits veröffentlichten Advisories herausgegeben:
IRIX IP Spoofing/TCP Sequence Attack Update (ESB-98.126)
IRIX 6.3 & 6.4 mailcap vulnerability
IRIX BIND DNS Vulnerabilities (ESB-98.127)
BSD/Qualcomm qpopper Vulnerability (ESB-98.129)
University of Washington imapd daemon Vulnerability (ESB-98.128)
Cisco IOS ab 9.1 Absturz von Routern durch Remote-Bedienung: Cisco, ERS-095, ESB-98.133, I-084, VB-98.08, S-98-54
Durch einen Fehler im IOS können fremde, nicht authentisierte Benutzer, die Zugang zum Login-Prompt des Routers oder eines anderen IOS-Gerätes haben, dieses zum Absturz und Neustart bringen. Hiervon betroffen sind die meisten Cisco-Router der Baureihe 1000 und höher (nicht 7xx), Catalyst LAN Switches etc. Eine genaue Liste betroffener Maschinen kann dem Advisory entnommen werden.
Es wird dringend empfohlen, ein Update durchzuführen, das von Cisco über die bekannten Kanäle unabhängig vom Vertragsstatus zur Verfügung gestellt wird.
HP-UX 10.24 Patches für Virtual Vault und Netscape erschienen: HP Security Bulletin #00082, ERS-094, ESB-98.132
Die bereits früher gemeldete Schwachstelle in einigen SSL-Implementationen kann jetzt durch die Installation von Patches beseitigt werden:
HP-UX 10.24 (VVOS) with VirtualVault A.02.00 (US/Canada): PHSS_15993
HP-UX 10.24 (VVOS) with VirtualVault A.02.00 (Export): PHSS_15994
HP-UX 10.24 (VVOS) with VirtualVault A.03.00 (US/Canada): PHSS_15935
HP-UX 10.24 (VVOS) with VirtualVault A.03.00 (Export): PHSS_15936
OpenBSD 2.3 (und darunter) Sicherheitslücke in chpass: ERS-091
Mit chpass können normale Benutzer ihre Account-Daten verändern. Hierzu kann jeder Editor verwendet werden. Beim Editieren wird eine temporäre Datei erzeugt, die durch einen Angreifer u.U. verändert werden kann
Es wird dringend empfohlen, den von OpenBSD herausgegebenen Patch zu installieren.
viele Fehler im Squid Server: AL-98.02, ERS-089, S-98-51
Squid ist ein sehr oft eingesetztes Tool, um statische Webseiten zu cachen. Wird Version 1.NOVM des Squid Servers verwendet, kann es sein, daß dem Browser andere Web Seiten als beabsichtigt geliefert werden. Damit erscheint es so, als wenn der Web Server verändert worden ist, was aber nicht stimmt: Der Fehler liegt im Squid Server. Nähere Informationen sind beim Hersteller abrufbar. Es wird empfohlen, den Patch zu installieren.
HP-UX 10.x, 11.00 Mögliches Sicherheitsrisiko durch die Verwendung von SSL: HP Security Bulletin #00080, ERS-086, ESB-98.123
Mit den genannten Systemen werden die entsprechenden Produkte von Netscape mitgeliefert, daher nochmals der Hinweis von HP auf eine Mögliche Lücke, die durch die Verwendung der SSL auftreten kann. Eine ausführliche Beschreibung des Problems findet sich bei Netscape. Hier wird ebenfalls beschrieben, wie das Problem durch die Installation von Fixes umgangen werden kann.
HP-UX 9.x, 10.x, 11.00 Mögliches Sicherheitsrisiko durch Predictive-Software und MPE/iX: HP Security Bulletin #00081, I-081, ERS-087, ESB-98.124
Auf HP9000 Systemen der Serien 700/800 unter HP-UX wurde ein Sicherheitsrisiko gefunden. Es betrifft Benutzer, die mit Predictive Meldungen per Modem oder E-Mail empfangen bzw. versenden: Der Datenverkehr könnte kompromittiert werden. Es wird empfohlen, die von HP veröffentlichten Patches zu installieren.
HP-UX release 9.04 PHSS_14587, PHSS_5788
HP-UX release 10.01 PHSS_15532
HP-UX release 10.10 PHSS_15533
HP-UX release 10.20 PHSS_15534
HP-UX release 10.30 PHSS_15535
HP-UX release 11.00 PHSS_14592

Auf HP/300 Serie 900 - Systemen, die MPE/iX Version 5.0 oder 5.5 installiert haben, sollte ebenfalls ein von HP erschienener Patch installiert werden, da sonst ebenfalls der Datenverkehr kompromittiert werden könnte.

viele Sicherheitslücke durch MIME-Attachments bei sendmail: AA-98.04, ERS-092
Auch sendmail ist von dem bereits beschriebenen Problem betroffen. Für die Version 8.9.1 ist ein Patch verfügbar, der diese Sicherheitslücke schließt. Er sollte baldmöglichst installiert werden. Mit dem Patch erhöht sich die Version auf 8.9.1a.
Eudora Pro 4.0, 4.0.1 für Windows Sicherheitslücke durch Mail-Attachments: Eudora, I-083, c't
Dieses Problem ist nicht das bereits für andere Systeme gemeldete MIME-Sicherheitsloch und betrifft nicht die Benutzer von Eudora Lite, ältere Versionen von Eudora Pro unter Windows und Eudora unter MacIntosh.
Es besteht die Möglichkeit, daß ein Programm in einem URL versteckt an die Mail angehängt wird. Geht der Bentuzer mit einem Doppelklick auf den URL, wird das Programm ausgeführt.
Es wird empfohlen, entweder den Microsoft Viewer in Eudora auszuschalten oder baldmöglichst das von Eudora herausgegebene Update auf Eudora Pro 4.02 zu installlieren.
Windows 95 und 98 Remote-Administration durch Back Orifice: Cult of the Dead Cow (cDc), MS98-010, ERS-088, c't, ESB-98.134
Von cDc ist ein Tool veröffentlicht worden, mit dem Windows-PC über udp komplett fernbedienbar sind. Es sind über das Netzwerk tiefe Systemeingriffe genauso möglich wie das Protokollieren von Tastatureingaben durch den Benutzer. Da Back Orifice auf der PC-Seite relativ klein ist und auch nicht in der Taskbar sichtbar ist, besteht die Gefahr, daß Back Orifice als Trojanisches Pferd verbreitet wird. Bei Downloads von Software unbekannter Herkunft sollte daher sehr vorsichtig vorgegangen und auch mit netstat -a kontrolliert werden, ob nicht über Port 31337/udp die Maschine über das Internet fernbedienbar geworden ist. Wenn mit dem PC nur eine Einwahl bei einem ISP stattfindet, bei der dynamisch eine IP Adresse zugewiesen wird, ist das Risiko relativ gering, da Angreifern die IP Adresse für die Remote-Administration bekannt sein muß.
viele Sicherheitsrisiko durch MIME-Attachments: CA-98.10, ERS-093, ESB-98.131, S-98-49 und 49a (!), S-98-53
In vielen Mail- und News-Readern ist eine Sicherheitslücke vorhanden, über die der Reader zum Absturz gebracht und im Prinzip jeder beliebige Code auf dem Client ausgeführt werden kann (wir berichteten bereits im Juli darüber). In dieser CERT-Meldung ist eine Übersicht der Hersteller bezüglich der Lücken und (angekündigter) Patches gegeben.
IBM AIX, SP2 Sicherheitslücke im sdrd Daemon: I-079, ERS-090, ESB-98.125, S-98-52
Die System Data Repository (SDR) ist ein SP Subsystem, mit dem u.a. die SP Konfiguration gespeichert wird. Die SDR-Informationen sind auf einer Kontroll-Workstation hinterlegt. Durch eine Sicherheitslücke im sdrd-Daemon ist es möglich, das 'retrieve files' Kommando dazu zu nutzen, jede Datei des SRD-Systems ohne jegliche Authentisierung herunterzuladen. Die baldmögliche Installation des von IBM herausgegebenen Patches wird dringend empfohlen.

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© 1998 Dr. Matthias Leu, EDV Beratung für Internet/Intranet, letzte Änderung: 10.09.98, 16:26 +0200